Innerschweizer Schwingerverband

Vom Hirtensport zum Spitzensport

Die Wurzeln des Schwingens sind nicht eindeutig zu datieren. Eine erste Darstellung aus dem 13. Jahrhundert, in der Kathedrale in Lausanne, zeigt bereits die typische Art, Griff zu fassen.

In der Zentralschweiz und im Mittelland gehörte der Hosenlupf zum festen Bestandteil der Festkultur. An zahlreichen Alp- und Wirtshausfesten wurde um ein Stück Hosentuch, ein Schaf oder um andere Naturalien geschwungen. Der Ruhm des Sieges zählte dabei weit mehr als der eigentliche Preis.

Im 19. Jahrhundert brachten denkwürdige Schwingfeste und ambitionierte Sportlehrer das Schwingen in die Städte. So entstand aus dem ursprünglichen Spiel der Hirten und Bauern ein Nationalsport, der alle Schichten umfasst. In den letzten paar Jahren haben Schwingfeste eine hohe Popularität erreicht. Schwingen ist eine moderne Sportart, welche die urchige Herkunft bewahren konnte und als typische Schweizer Sportart gilt.

Die Geschichte des Innerschweizer Schwingerverbands

Der Innerschweizerische Schwingerverband wurde 1893 gegründet. Marcel Durrer hat für die ISV-Homepage die Geschichte des Verbandes zusammengefasst. 

Die erste Gründung eines Verbandes erfolgte im Jahre 1884. Die drei Initianten hiessen, Alfred Schärli, Luzern, Josef Bürgi (der nachmalige Nationalrat aus Arth) und Ferdinand Wenger aus Kriens. Wegen fehlender Unterstützung war diesem Verband nur eine vierjährige Lebensdauer beschieden. Der damalige Unabhängigkeitsdrang der Schwinger vermied jegliche geordnete Organisation.

Der zweite Anlauf einer Verbandsgründung, welcher das gesamte Gebiet der Innerschweiz umfasste, war von Erfolg gekrönt. Anfangs des Winters 1892 wurde ein Initiativkomitee gegründet, das Alfred Schärli, Luzern, zum ersten Präsidenten ernannte. Am 18. Dezember 1892 fand die erste Versammlung mit 40 Teilnehmern statt. Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Präsident: Alfred Schärli, Luzern; Aktuar: Louis Zumbühl, Luzern; Kassier, Ferdinand Wenger, Kriens; Beisitzer, Josef Bürgi, Arth und Leonz Marbach, Emmenstrand. Die Initiative zur Verbandsgründung kam aus dem Lager der Turner. Als Gründungstag gilt der 2. Januar 1893. Mit dieser Grundsteinlegung konnte der junge Verband beweisen, dass er zum Nutzen der Schwingerei in der Zentralschweiz gegründet worden war. Das innerschweizerische Schwingerwesen war im Jahr 1893 weder nach kantonaler Zugehörigkeit genau umgrenzt, noch war es in den Unterverbänden organisiert.